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Nigeria victory is a stepping stone to World Cup - Jane

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Der Spätberufene

Ereignisreicher konnte der März für Mario Eggimann kaum sein. Zunächst ist er zum ersten Mal Vater geworden, dann gab er seinen Wechsel vom Karlsruher SC zu Hannover 96 bekannt, schließlich stand er in seinem fünften Länderspiel für die Schweiz gegen seine deutschen Kollegen von Beginn an auf dem Platz.

2002 war der baumlange Verteidiger zum Karlsruher SC in die 2. Liga gewechselt, nachdem er in der Schweiz beim FC Aargau seine Profikarriere begonnen hatte. 2005 stieg er mit den Badener fast in die Regionalliga ab, zwei Jahre schaffte er mit dem KSC den Aufstieg. Und seitdem bewies er nicht nur zu hundert Prozent seine Erstligatauglichkeit, sondern geriet durch seine überragenden Leistungen auch wieder in den Blickpunkt des Schweizer Nationaltrainers Köbi Kuhn.

Im Spätsommer 2007 erhielt der KSC-Kapitän erstmals eine Einladung zur Schweizer Nationalmannschaft, wo er am 7. September 2007 gegen Chile sein Debüt feierte. Es folgte ein Kurzeinsatz in der "Nati" gegen Japan sowie ein Spiel über 90 Minuten gegen Nigeria. Logisch, dass die EURO im eigenen Land fortan das große Ziel des Spätberufenen war.

Vor zwei Jahren bei der WM in Deutschland war Eggimann lediglich als Fan dabei, die Schweizer Verantwortlichen hatten den ehemaligen Kapitän der U21-Auswahl irgendwie vergessen. "Es waren unglaublich emotionale Momente. Es wäre traumhaft, solch ein Turnier auch als Spieler zu erleben", sagte er. Das Länderspiel in Basel gegen die DFB- Auswahl wurde für Eggimann und Kollegen allerdings zum Albtraum. Mit 0:4 gingen die Eidgenossen gegen Deutschland unter. Alle vier Treffer erzielten die deutschen Angreifer, Eggimanns Gegenspieler.

Albtraum gegen Deutschland

"Das war schon sehr, sehr bitter. Ich konnte die Nacht nach dem Spiel nur sehr schlecht schlafen", gestand der Schweizer. Und versuchte dennoch aus der Pleite etwas Positives herauszuziehen: "Das haben auch schon andere Nationalmannschaften erlebt. Deutschland beispielsweise mit der Pleite gegen Italien vor der WM 2006." Und er hoffte, dass durch das negative Ergebnis vielleicht sogar der Druck von ihm und seinen Kollegen genommen würde. Bedenken, dass es "an der EURO", wie die Schweizer sagen, ähnliche Klatschen geben könnte, hat er nicht. "Das Turnier beginnt nicht morgen, wir haben noch über zwei Monate Zeit", so Eggimann.

Der 27-Jährige kann sich trotz der Pleite sicher sein, bei der EURO dabei zu sein. Gesetzt ist in der Innenverteidigung Arsenal-Verteidiger Philippe Senderos. Da aber Johann Vogel verletzt ist, kann sich Eggimann Hoffnungen machen, auch im ersten EM-Spiel der Schweiz in der Startelf zu stehen. Die Fans jedenfalls scheinen überzeugt zu sein von seinen Qualitäten: In einer Online-Umfrage des Schweizer Fernsehens nominierte die Mehrheit der User den Karlsruher in die Innenverteidigung der "Nati" neben Senderos.

Lange Wartezeit bis zum Debüt

Auf sein Debüt musste der Profi vom Karlsruher SC lange warten. Erst im September 2007 wurde er von Nationaltrainer Köbi Kuhn für das A-Team nominiert. "Eggimann hat über einen längeren Zeitraum gute Leistungen gebracht. Er hat sich seine Chance verdient" hatte der Schweizer Teammanager und ehemalige Karlsruher Profi Adrian Knup vor der ersten Nominierung Eggimanns gesagt. Der freute sich zwar, konnte sich aber einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: "Ich hätte nichts dagegen gehabt, viel früher ein Thema gewesen zu sein."

Zum Spießrutenlaufen geriet dann allerdings der Gang in die KSC-Kabine nach dem Länderspiel in Basel. Eggimann durfte sich reichlich Spott der Kollegen anhören, doch er nahm es mit Fassung: "Ich habe mir einfach Ohropax in die Ohren, und alle durften ihre Sprüche machen", sagte er und gestand, "im umgekehrten Fall hätte ich das auch gemacht."

Mario Eggimanns Begeisterung für den Fußball war familiär bedingt. Vater Hans war Trainer beim Stammverein FC Küttigen, Marios vier Jahre ältere Bruder Patrick war ebenfalls Fußballer. Bis 1997 kickte Mario Eggimann beim FC Küttigen, ehe er zum FC Aarau wechselte. Dort spielte er in der U16-Mannschaft, trainierte aber bald bereits mit dem U18-Team. Eggimann schaffte den Sprung in die erste Mannschaft und absolvierte für den FC Aarau bis 2002 insgesamt 43 Spiele in der Nationalliga A, zudem noch 33 Relegationsspiele.

Es folgte der Wechsel ins Badische, wo er bald zum Leistungsträger und schließlich auch Kapitän wurde. KSC-Trainer Edmund Becker lobt den Schweizer über den grünen Klee: "Mario hat sich in dieser Saison noch einmal richtig gesteigert, insbesondere was sein Defensivverhalten, aber auch den Spielaufbau anbelangt."

"Besessen vom Erfolg"

Zudem hat sich Mario Eggimann zu einer echten Führungspersönlichkeit entwickelt. Auf der einen Seite ist er ein ruhiger Zeitgenosse. "Ich versuche, die anderen durch Argumente zu überzeugen", sagt der KSC-Kapitän. Manchmal allerdings wird es auch Eggimann zu bunt, und dann kann er laut werden gegenüber den Kollegen: Vor allem dann, wenn er das Gefühl hat, sie gäben nicht hundert Prozent. Eggimanns Erklärung für die gelegentlichen verbalen Attacken: "Ich bin geradezu besessen vom Erfolg."

Seine guten Leistungen beim KSC weckten die Begehrlichkeiten finanzkräftigerer Klubs. Der Schweizer, der in Karlsruhe einen Vertrag bis 2010 besaß, wurde zunächst von Borussia Dortmund umworben, der Klub, der bereits Eggimanns Teamkollegen Tamas Hajnal zur neuen Saison verpflichtet hatte.

Doch Eggimann zog es weiter nordwärts, zu Hannover 96. Rund eine Millionen Euro dürften die Niedersachsen auf das Konto des KSC überwiesen haben. Der Transfer war aufgrund einer Ausstiegsklausel in Eggimanns Vertrag möglich. Der Abwehrspieler unterschrieb in Hannover einen Fünfjahresvertrag, der ihm per anno knapp eine dreiviertel Million an Gehalt einbringen dürfte. "Ich wollte einen Schritt vorwärts machen; und ich habe gewählt, was mich fußballerisch weiterbringt", sagte Eggimann, dem auch aus England und von Spartak Moskau Angebote vorlagen.

Schwere Entscheidung

Der frisch gebackene Vater entschied sich auch aus familiärer Sicht für den Verbleib in Deutschland. Und er ist überzeugt, dass er die richtige Wahl getroffen hat - obwohl Hannover in der aktuellen Tabelle hinter dem KSC zu finden ist. "Ich komme nicht nach Hannover, weil die Stadt so schön ist. Ich will etwas erreichen und freue mich unglaublich auf diese Aufgabe." Man wisse schließlich nicht, wo Karlsruhe im nächsten Jahr landen würde, gab Eggimann zu bedenken. 96-Trainer Dieter Hecking jedenfalls schwört auf den Schweizer: "Er kann ein ganz wichtiger Baustein für die Zukunft sein."

Leicht fällt Eggimann der Abschied nicht: "Es war für mich eine enorm schwierige Entscheidung. Wenn ich sage, dass der KSC und Karlsruhe mir im Lauf der Jahre ans Herz gewachsen und mehr als eine sportliche Heimat geworden sind, ist das keine Phrase", erklärte er und versprach: "Ich werde mit vollem Einsatz und Herzblut in das letzte Saisondrittel gehen. Ich will mich mit Erfolg hier verabschieden."

Um dann bei der EURO vielleicht doch für eine Überraschung zu sorgen. "Wir wollen den Menschen beweisen, dass die Schweiz nicht nur Banken, Käse und 'Schoggi' hat, sondern dass wir eine Fußball-Nation sind." Schließlich blickt der 27-Jährige sogar über die EURO 2008 hinaus. "Es ist eine Ehre, dass Ottmar Hitzfeld unser Trainer wird. Er ist für mich die einzig richtige Lösung. So ein Welt-Trainer kann einem auch persönlich noch mal richtig weiterbringen."